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Einen eigenen Brennofen anschaffen? (Teil I) – Voraussetzungen prüfen

Wer einmal mit dem Töpfern angefangen hat, der kann häufig nicht mehr damit aufhören. Denn ob Gebrauchskeramik, bildnerische Kunstwerke oder Gartentöpferei – rustikal, schlicht oder schick – oder alles zusammen – die kreativen Möglichkeiten sind schier unendlich. Über kurz oder lang schwirrt also bei jedem Töpferbegeisterten mal die Idee durch den Kopf sich einen eigenen Brennofen anzuschaffen. Auch ich habe mir die Entscheidung für meinen ersten Töpferofen nicht leicht gemacht, denn ich hatte viele Fragen und gute Antworten zu finden war nicht immer leicht. Aus diesem Grund beantworte ich dir in mehreren Blogartikeln Fragen, die möglicherweise auch bei dir aufkommen und berichte dir von meinen Erfahrungen.

Dieser Artikel ist in einer Kooperation mit KITTEC entstanden. *

Habe ich überhaupt die entsprechenden Voraussetzungen und welche sind das?

Es gibt ein paar Dinge, die einfach notwendig sind, wenn du einen Keramikofen anschaffen möchtest. Natürlich sind einige Anforderungen auch abhängig von der genauen Ausstattung des Ofens und du hast dadurch ein bisschen Spielraum. Wichtig ist aber, dass du den Ofen, den du bestellst, auch bei dir aufstellen und betreiben kannst. Um diese Fragen zu klären, möchte ich kurz ganz allgemeine Hinweise zu Töpferöfen und deren Aufbau geben.

Allgemeiner Aufbau

Zunächst einmal, ist ein Keramikbrennofen etwas komplett anderes als ein normaler Backofen. Zum Vergleich: Ein normaler Backofen erreicht maximal meist nicht mehr als ca. 250°C, wohingegen Keramiköfen bis zu einer Temperatur von 1200°C (oder sogar 1320°C, wie bei meinen KITTEC-Öfen) betrieben werden.

Die Anforderungen sind also ganz anders. Stahl und Glas würden diese Temperaturen nicht aushalten, deswegen bestehen die Töpferöfen aus Feuerleichtsteinen, das sind poröse Blöcke aus Tonerden, welche sehr temperaturbeständig sind und gute Dämmeigenschaften besitzen. Diese Materialien halten die Wärme im Inneren des Ofens, ohne selbst zu viel Wärme aufzunehmen, wodurch zügiges Aufheizen und Abkühlen möglich ist. In Vertiefungen in den Feuerleichtsteinen sind Heizdrähte aus gewickeltem Kanthaldraht verlegt, die über ein programmierbares Steuergerät geregelt werden. Im oberen Drittel des Ofens ist außerdem ein Thermoelement positioniert, welches die Temperatur im Ofen überwacht und mit der Regelungstechnik verbunden ist.

Stromanschluss

Häufig benötigt man zum Betrieb von Brennöfen einen Starkstromanschluss, aber nicht immer.

Hierbei kommt es zum einen auf die Größe deines Brennofens, aber auch auf die gewünschte Maximaltemperatur deines Ofens an. Es gibt sehr kleine Brennöfen, die auch mit einem normalen Stromanschluss betrieben werden können und eine Temperatur von über 1300°C schaffen und kleine Öfen, die eine Maximaltemperatur von ca. 1200°C schaffen und mit einer normalen Steckdose funktionieren.

Für mich persönlich war es wichtig, dass meine Öfen eine Maximaltemperatur von über 1250°C schaffen, denn ich wollte auch unbedingt Steinzeugglasuren verwenden und mag auch sehr gern Tone mit Pyrit, das sind die kleinen Pünktchen im Ton, die aber erst bei einer Temperatur oberhalb von 1200°C richtig schön zu sehen sind.

Auch wenn du gerade keinen Starkstromanschluss zu Hause hast – Es macht sicher Sinn einen Elektriker um Rat zu fragen, denn häufig kann ein Starkstromanschluss auch nachträglich noch gelegt werden. Wenn du zur Miete wohnst, musst du natürlich auch unbedingt mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen und dir seine Erlaubnis holen, damit der Elektrik-Fachmann bauliche Änderungen vornehmen darf.

Ich hatte damals Glück und ein Starkstromkabel lag bereits im Keller, die Absicherung und den Anschluss musste ein Elektriker noch nachholen. Das kostete mich insgesamt weniger als 150€.

Als ich später meine Werkstatt eröffnet habe, hatte ich im Vorfeld der Anmietung natürlich zuerst geprüft, ob das Legen eines Starkstromanschlusses in meine Gewerberäume möglich ist. Der Vermieter hatte mir dann vor Einzug noch den Anschluss kostenfrei legen lassen.

Achtung: Auch bei Starkstromanschlüssen und den Voraussetzungen der Öfen für die Anschlussleistung gibt es Unterschiede. Deswegen vor Bestellung des Ofens mit den speziellen Anforderungen (ersichtlich z.B. in den Produkttabellen) beim Elektriker anfragen und sich beraten lassen, welche Modelle vom Anschluss her in euer Zuhause passen. 

Standort

Auch beim Standort musst du einiges beachten. Wie schon erwähnt, erreicht der Ofen im Inneren extrem hohe Temperaturen und auch die Außenseite wird recht warm.

Aus Sicherheitsgründen müssen Öfen komplett eben stehen und dürfen nicht auf brennbaren oder hitzeempfindlichen Untergründen (wie Holz, Teppich oder Kunststoff) aufgestellt werden. Auch zu brennbaren Gegenständen in der Nähe müssen Mindestabstände eingehalten werden. Die genauen Werte dafür entnehmt ihr den Produktdatenblättern. Bei meinen KITTEC Öfen müssen generell seitliche Abstände von mindestens 20 cm, bei brennbaren Gegenständen ein Abstand von mindestens 1 m eingehalten werden. Auch nach oben muss genug Platz sein, der Raum, in dem der Ofen steht, muss außerdem trocken und gut belüftet sein.

Es empfiehlt sich, sich während des Brennens nicht im gleichen Raum aufzuhalten, da beim Brennen Stoffe ausgasen können, die nicht unbedingt gesundheitsförderlich sind. Es besteht auch die Möglichkeit Abgase über den Anschluss eines Abluftrohres abzuführen.

Ich persönlich habe meine Öfen in direkter Nähe zum Fenster stehen und kippe oder öffne dieses während des Brennvorgangs komplett. Ich halte dann die Tür zu diesem Raum geschlossen und versuche auch wenn möglich über Nacht zu brennen, sodass man den Raum während des Brennens gar nicht betreten muss.

welche Ofengröße ist angemessen?

Welches Fassungsvermögen für deinen Ofen passend ist, kommt zum einen wie bereits angesprochen darauf an, welche Anforderungen du hinsichtlich des Stromanschlusses beachten musst. Zum anderen spielt es natürlich auch eine Rolle wieviel du in welcher Zeit töpferst, denn der Ofen sollte nur komplett voll betrieben werden. Du solltest daher deinen Ofen weder zu klein noch aber zu groß wählen, denn im zweiten Fall hast du das Problem, dass du sehr lange warten musst, bis du den Ofen voll hast und dich somit lange gedulden musst, bis du deine Ergebnisse in der Hand hältst.

Wie bereits beschrieben passt beim Schrühbrand deutlich mehr in den Ofen, weil sich die Teile berühren können und du stapeln kannst. Im Glasurbrand hingegen musst du aufpassen, dass keine Teile zu nah nebeneinanderstehen. Damit du eine Vorstellung hast, habe ich mal ein Foto gemacht, was jeweils in einen Schrühbrand in meinen beiden Öfen (70 bzw. 120 Liter) gepasst hat.

Wenn du eher der Zahlen-Typ bist; ich habe die beiden Schrühbrände im Nachhinein mal gewogen. In den ECO 70 S ESP hatte ich knappe 24kg Schrühware gestapelt. In meinen CB 120 passten fast 36kg. Einfach nur gigantisch!

Ja, ich bin eine begeisterte Puzzlerin, besonders im dreidimensionalen Raum und gebe mir immer viel Mühe möglichst viel in meinen Ofen zu bekommen 😉.

Wie Du siehst, gibt es viele Fragen und ich versuche alles ausführlich zu erklären. Deshalb erfährst du im nächsten Blogartikel alles über die möglichen Ausstattungsoptionen und Varianten.

* Da ich mich bei meinem ersten Brennofen für einen KITTEC Eco 70 S ESP entschieden hatte und mit diesem sehr gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich für diesen Blogbeitrag direkten Kontakt zur Firma KITTEC aufgenommen.

Mittlerweile habe ich mir sogar einen zweiten KITTEC Ofen angeschafft: Der KITTEC CB 120 S ist deutlich größer und bietet mir noch mehr kreative Freiheit.

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