You are currently viewing Einen eigenen Brennofen anschaffen? (Teil III) – Mit diesen Kosten musst Du rechnen.

Einen eigenen Brennofen anschaffen? (Teil III) – Mit diesen Kosten musst Du rechnen.

Töpfern ist kein günstiges Hobby, aber ein schönes! Wenn Du darüber nachdenkst, ob Du dir einen eigenen Töpferofen anschaffst, spielen natürlich neben den Voraussetzungen und den Ausstattungsoptionen auch die damit verbundenen Kosten eine wichtige Rolle. Deshalb teile ich heute meine persönlichen Erfahrungen mit dir und gebe dir einen Einblick, wieviel ein Ofen in der Anschaffung kostet und mit welchen laufenden Kosten du rechnen musst.  

Dieser Artikel ist in einer Kooperation mit KITTEC entstanden. *

Wie teuer ist ein Ofen in der Anschaffung? ​

Du wirst es dir schon denken können – darauf kann ich keine allgemeingültige Antwort geben. Das kommt ganz darauf an, welche Ausstattung du wählst. Schau dazu einfach online nach oder schick Anfragen mit deinen individuellen Wünschen der Ausstattung an einen Händler.

 

Allgemein kannst du günstige Öfen im Moment ab ca. 1.500 € bekommen. Je nach Größe und Ausstattung kannst du auch bis 5.000 € investieren, wobei nach oben auch noch deutlich mehr möglich ist

Wie teuer ist ein Ofen im Betrieb?

Die steigenden Energiepreise machen es sehr schwer hier eine allgemeine Antwort zu finden. Wie im vorherigen Artikel schon beschrieben, hängt es zusätzlich zum Strompreis auch von der Maximaltemperatur ab und wenn du einen energiesparenden Ofen (mit ESP) hast kommst du noch ein Stück günstiger weg.

Um dennoch eine grobe Aussage machen zu können, habe ich für euch mal die Verbräuche meiner beiden Öfen für jeweils einen Schrüh- und einen niedrigen sowie hohen Glasurbrand ermittelt. Dann habe ich mit einem Strompreis von 40 bzw. 60 ct/kWh die Gesamtkosten pro Brand überschlagen.

So bin ich dabei vorgegangen: Jeweils vor und nach dem Brand habe ich meinen Elektrozähler abgelesen und konnte so die Differenz ermitteln. Da bei mir ein relativ neuer Elektrozähler steht, werden die Werte digital und nur volle Kilowattstunden angezeigt. Während der Ofen lief, habe ich mich nicht in der Werkstatt aufgehalten, mein Werkstattkühlschrank lief aber die ganze Zeit über. Die ermittelten Werte sind also alle minimal höher als die tatsächlichen. Mir ging es aber in erster Linie darum, eine grobe Hausnummer angeben zu können, wieviel einmal brennen kostet.

Die höchsten Kosten entstanden bei mir, wie zu erwarten war, beim Hochbrand im CB120. Im ersten Moment war ich überrascht, dass der Schrühbrand mehr verbraucht hat als der Niedrigbrand. Zwei Ursachen fallen mir dazu ein: zum einen ist deutlich mehr Material im Schrühbrand enthalten, es muss also mehr Material erwärmt werden, was mehr Energie benötigt. Zum anderen habe ich die Heizrate bei meinem Schrühbrand so eingestellt, dass vor 650°C sehr langsam aufgeheizt wird, der Ofen heizt also insgesamt auch ein bisschen länger. 

Welche zusätzlichen Kosten können entstehen?

Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, verschleißen die Kanthaldrähte mit der Zeit, und zwar mitunter abhängig vom verwendeten Temperaturbereich. Wie lange deine Heizwendeln halten ist individuell unterschiedlich. Brennkurven, Maximaltemperatur und wie oft der Ofen läuft haben direkten Einfluss auf den Verschleiß. Neue Heizspiralen kannst du entsprechend passend für deinen Ofen nachbestellen. Der Preis für ein komplettes Set hängt natürlich wieder vom Ofen ab, bei meinem ECO 70 S ESP kosten neue Heizwendeln ca. 280-300 €, für den CB120 in etwa 380-400 €. In jedem Fall wird der Austausch aller Heizspiralen auf einmal empfohlen, damit eine gleichmäßige Temperaturverteilung im Brennofen gewährleistet bleibt.

Früher mussten die Thermoelemente nach einigen Jahren getauscht werden. Die heute verwendeten PtRh-Pt(S)-Thermoelemente sind generell verschleißfrei und müssen nur getauscht werden, wenn sie abbrechen. Bei meinen KITTEC Öfen sind die Thermoelemente geschützt eingebaut, somit wird die Gefahr der Berührung beim Bestücken des Ofens und beim Einsetzen oder bei der Entnahme der Besatzplatten minimiert. Sollte trotz aller Vorsicht ein Thermoelement abbrechen und ein Ersatz nötig werden, ist mit Kosten von 100 bis 150 € für ein neues Thermoelement zu rechnen.

Sowohl Thermoelement als auch neue Heizwendeln müssen unbedingt von einem Elektriker fachgerecht ausgetauscht werden! Dazu gibt es jeweils spezielle Service-Blätter vom Hersteller, die unbedingt zu beachten sind. Auch diese Kosten kommen dann noch zu den Materialkosten hinzu. Weitere Instandhaltungs- und Reparaturkosten werden eigentlich selten anfallen, du solltest sie dennoch im Hinterkopf behalten.

Natürlich wird es auch vorkommen, dass du dir neue Brennhilfsmittel (Platten oder Stützen) anschaffst, entweder, weil du zu unvorsichtig warst und ein Teil zu Bruch gegangen ist oder weil die Brennplatte sehr alt ist, häufiger Glasur stark abgelaufen ist und ein Abschleifen und neu mit Trennmittel einstreichen keinen Sinn mehr macht. Ich gönne mir auch von Zeit zu Zeit zusätzliches Zubehör, beispielsweise einen Perlenständer, Glocken- bzw. Vario-Ständer oder zusätzliche Stützen in anderen Höhen und, wie schon erwähnt, auch mal halbierte Brennplatten für bessere Stapelmöglichkeiten.  

Gib mir bitte einfach eine Zusammenfassung!

Für Alle, die es gerne kurz und knapp haben, mein finales Ergebnis: Selbst bei gestiegenen Energiepreisen bezahlst Du für einen Brand in einem größeren Ofen mit 120 Litern maximal nur ca. 25 € für den Strom. Ich persönlich finde die entstehenden Kosten vollkommen in Ordnung, denn es passt wirklich unfassbar viel in den Ofen rein und wenn man die Kosten auf die Einzelteile aufteilt, bleibt pro Stück am Ende nicht mehr so viel übrig. Vor Anschaffung meines Ofens hatte ich die Kosten tatsächlich deutlich höher eingeschätzt.

Ich hoffe meine gemessenen Energieverbräuche und die Informationen zu eventuell anfallenden Reparaturkosten haben dir einen guten Einblick gegeben, mit welchen laufenden Kosten Du rechnen musst. Bald gehe ich darauf ein, was du bei der Lieferung eines Ofens beachten musst und wie du den Ofen in Betrieb nimmst. Außerdem werde ich dir zeigen, welche Brennkurven ich verwende und wie du die Steuerung einstellen und bedienen kannst. 

* Da ich mich bei meinem ersten Brennofen für einen KITTEC Eco 70 S ESP entschieden hatte und mit diesem sehr gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich für diesen Blogbeitrag direkten Kontakt zur Firma KITTEC aufgenommen.

Mittlerweile habe ich mir sogar einen zweiten KITTEC Ofen angeschafft: Der KITTEC CB 120 S ist deutlich größer und bietet mir noch mehr kreative Freiheit.

Schreibe einen Kommentar